Lisa goes Asia - Next Stopp Yogyakarta

Yogyakarta war so unglaublich toll, ich bin gerade unfassbar traurig im Zug auf dem Weg nach Malang zu sitzen.

Die Reise nach Yogyakarta vor 5 Tagen war etwas beschwerlich. Im Internet gab es keine freien Zimmer mehr in dem Hostel, in dem ein paar Leute waren, die ich aus dem Hostel in Jakarta kannte. Also habe ich Martha, ein ganz liebes niederländisches Mädchen, kontaktiert und sie hat mir vor Ort ein Zimmer reserviert. Und naja,.. ein Hohlbrot wie ich es manchmal bin vergisst natürlich das Hostel nochmal zu googlen und weiß bei Ankunft am Bahnhof keine Adresse. Kein Taxifahrer kannte den Namen des Hostels und so stand ich Ewigkeiten mit einem echt lieben Taxifahrer in der Gegend rum und er hat gefühlte 81627 Leute angerufen und auf der Straße angesprochen und nach dem Weg gefragt. Haben es dann irgendwann gefunden und ich habe mit einem großzügigen Trinkgeld umgerechnet trotzdem weniger als 4€ bezahlt. Im Hostel habe ich direkt ein paar altbekannte Gesichter getroffen und mich super gefreut. Dank Facbook ging dann auch super schnell durch die Runde dass ich Geburtstag hatte und mir wurde ein Ständchen gesungen und anschließend ein paar Bier ausgegeben. Die nächsten Tage waren wir wie eine große Familie. 10 Alleinreisende, die unterschiedlicher nicht sein konnten und trotzdem so unglaublich perfekt zusammen gepasst haben. 

Wir saßen immer alle zusammen beim Essen, haben Ausflüge zusammen gemacht und sind abends zusammen was trinken gegangen (natürlich nicht jedes Mal alle 10 auf einmal - das wäre was viel des Guten :-D). So eine Atmosphäre hatte ich noch nie in einem Hostel. Wir waren zwischen 19 und 35 Jahre alt, es gab von totalem Hippie bis hin zu Profisportler Schrägstrich Schönling alles, die Lebensstile generell konnten teilweise echt nicht unterschiedlicher sein als sie es in dieser Gruppe waren. Und trotzdem war es als würden wir schon seit Jahren beste Freunde sein. Außerdem war ich das einzige Mädchen abgesehen von ein paar Mädchen die aber jeweils immer nur ein paar Stunden da waren. Aber das ist mir auch erst im Nachhinein aufgefallen. Am Tag der Abreise von den meisten von uns war eine ganz grausige Stimmung. Keiner wollte so wirklich gehen, aber für immer bleiben kann man ja irgendwie auch nicht. Ich bin für zwei weitere Nächte in Yogyakarta geblieben, aber zu einer Couchsurferin gezogen. Das hat die Perspektive auf die Stadt wieder vollkommen verändert. Von 10 Touris zu 2 ganz süßen indonesischen Mädels. Die beiden haben mir ein paar Tempel gezeigt, wir waren in Teletubbi-town und ich habe das beste local streetfood ever gegessen. Teletubbi-town entstand durch ein Erdbeben vor ca. zehn Jahren, das einen ganzen Stadtteil von Yogyakarta völlig zerstört hat. Daraufhin hat die Regierung veranlasst für jede betroffene Familie ein neues Haus zu bauen. Alle Häuser im gesamten Viertel sehen gleich aus: klein, rund und weiß. Die Anwohner haben eine Touristenattraktion daraus gemacht und überall Teletubbies und bunte Farben draufgemalt.

Bei Locals zu wohnen ist unglaublich spannend, aber irgendwie... anders. Ich hab mit ein Bett mit der Couchsurferin und ihrer Mitbewohnerin geteilt, die kein Englisch und damit kaum mit mir sprechen konnte. Aber hauptsache mal liegt do eng bei einander, dass man fast kuschelt. Das Badezimmer hatte kein Waschbecken und ich, der dumme Touri, muss natürlich fragen wo man denn nach dem Zähneputzen ausspucken soll. "Ja auf den Boden natürlich" :D

Geduscht hat man mit zwei Eimern. In einem sammelt man das Wasser und mit dem anderen schöpft man das Wasser und gießt es über sich. Ich liebe moderne Duschen, aber das hat such angefühlt als würde es zur Erfahrung gehören. So lernt man das richtige, authentische Indonesien kennen.

 

 

Zusammengefasst war Yogya der Hammer und ich würde jederzeit zurück gehen. Aber jetzt geht es erstmal weiter nach Malang, mal schauen was mich dort erwartet.